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Monaco Yacht Show 2026: Oyster 36M und GX42 prägen den zweiten Messetag

Am Donnerstag, dem 24. September, rückte die Monaco Yacht Show zwei neue Wege für lange Reisen in den Mittelpunkt. Oyster stellte am Morgen sein 36-Meter-Segelflaggschiff vor, am späten Nachmittag feierte die hybride GX42 ihre Weltpremiere. Dazwischen zeigte ein neues Designprojekt von Camper & Nicholsons, wie weit das Programm der Messe über konkrete Neubauten hinausreicht.

Vom Pressetermin zum offenen Messetag

Der zweite Messetag begann mit einer frühen Ankündigung in der Sailing Yacht Area. Um 9 Uhr präsentierte Oyster sein neues Flaggschiffmodell; ab 10 Uhr war die Messe für Besucher geöffnet. Der zeitliche Ablauf gab dem Tag eine klare Klammer: zuerst ein großer Schritt für den klassischen Blauwassersegelbau, zum Abschluss der öffentliche Erstauftritt eines Hybrid-Superyachtprojekts.

Auch die übrigen Termine lagen zwischen Produkt und Entwurf. Camper & Nicholsons stellte am Vormittag das erste vollständige Innen- und Außendesign seines neuen Studios vor. Die GX42 folgte um 17 Uhr mit ihrer Weltpremiere am Quai l’Hirondelle. So verteilten sich die wichtigsten Meldungen über den ganzen Tag, statt sich auf eine einzige Präsentation zu konzentrieren.

Oyster 36M: ein neues Flaggschiff im Blauwassersegeln

Die Oyster 36M ist eine 36 Meter lange Einrumpf-Segelyacht, deren Rumpf- und Yachtentwurf in Zusammenarbeit mit Frers Naval Architecture & Engineering entstand. Oyster positioniert sie als Flaggschiff einer neuen Generation und verbindet die eigene Blauwasserausrichtung mit dem Raumangebot einer 120-Fuß-Superyacht. Die veröffentlichten Eckdaten zeigen, wie groß dieser Schritt ausfällt.

MerkmalOyster 36M
Länge über alles36,00 m
Länge in der Wasserlinie34,25 m
Breite9,26 m
Tiefgang mit Standardkiel3,80 m
Segelfläche670 m²
Kraftstoffkapazität12.000 Liter
Frischwasserkapazität4.500 Liter
YachtentwurfFrers Naval Architecture & Engineering

Die Zahlen sind nicht bloß ein Größenversprechen. Eine Wasserlinie von 34,25 Metern und 670 Quadratmeter Segelfläche beschreiben eine Yacht, deren Fahrkonzept weiterhin um das Segeln gebaut ist. Zugleich verlangen Kraftstoff- und Wassertanks in dieser Dimension nach einem Betrieb, der längere Etappen und mehrtägige Aufenthalte an Bord mitdenkt.

Frers und Oyster verbinden Leistung mit Langstreckenkomfort

Oyster hebt bei der 36M die Kombination aus Segelleistung, Schutz und Komfort auf langen Passagen hervor. Frers bringt die Perspektive eines erfahrenen Segelyacht-Designbüros ein; Oyster ergänzt sie um mehr als fünf Jahrzehnte Erfahrung mit Blauwasseryachten und weltweiter Betreuung. Damit wird das Modell als Reiseyacht positioniert, bei der der Weg über den Horizont ebenso wichtig ist wie das Leben an Bord.

Bei einer 36-Meter-Segelyacht muss dieses Versprechen technisch und praktisch zusammenpassen. Die Segelfläche ist nur ein Teil der Auslegung. Bedienbarkeit, Schutz der Mannschaft, Stauraum, Energiemanagement und die Gestaltung der Wohnbereiche entscheiden mit darüber, wie überzeugend eine lange Passage wird. Oyster veröffentlicht bereits eine vollständige Grundspezifikation; konkrete Geschwindigkeits- oder Reichweitenwerte nennt das Modellblatt derzeit nicht. Das hält die Einordnung an überprüfbaren Angaben fest.

Der Schritt ist für die Marke strategisch bedeutsam. Das neue Flaggschiff hebt Oysters Blauwasserkonzept in eine Größenklasse, in der Käufer neben Segelverhalten auch individuelle Raumplanung, Crewlogik und internationale Servicefähigkeit erwarten. Der Entwurf muss deshalb als Gesamtsystem überzeugen, nicht allein über Länge oder Innenausbau.

GX42 bringt Hybridantrieb auf die Abendbühne

Um 17 Uhr stellte GX Superyachts die erste GX42 öffentlich vor. Die Monaco Yacht Show führt sie als Merinos GX42 mit 42,05 Metern Länge. Die Marke entstand aus dem Umfeld von Greenline Yachts und überträgt dessen Erfahrung mit Hybridantrieben auf größere, individuell geplante Yachten.

GX beschreibt die GX42 als Langstreckenplattform mit Hybridtechnik und Solarenergie. Das Unternehmen bewirbt elektrische Betriebsmodi für die Fahrt und den Aufenthalt vor Anker; konkrete Verbrauchswerte für das ausgestellte Schiff standen im Mittelpunkt der Premierenankündigung nicht. Entscheidend an der Präsentation war der Schritt vom Marken- und Modellversprechen zu einem realen, im Hafen gezeigten Neubau.

Die GX42 und die Oyster 36M lösen eine ähnliche Reiseaufgabe mit sehr unterschiedlichen Mitteln. Oyster stellt den Segelplan in den Kern des Konzepts. GX verbindet Motorfahrt mit elektrischer Unterstützung und Solarstrom. Beide Projekte setzen damit auf Reichweite und längere Aufenthalte, legen den Schwerpunkt aber jeweils auf eine eigene Bord- und Antriebslogik.

Camper & Nicholsons erweitert den Blick auf Yachtentwurf

Camper & Nicholsons stellte am Donnerstag das erste komplette Konzept seines neuen Designstudios vor. Es umfasst Innen- und Außengestaltung und beschäftigt sich laut Messeprogramm mit natürlichem Licht, zeitgenössischer Architektur und dem Leben auf See. Eine fertige Yacht oder technische Spezifikation stand bei dieser Vorstellung nicht im Vordergrund.

Für den MYS-Tag war das ein ergänzender Akzent. Während Oyster und GX mit konkreten Modell- und Premierenmeldungen arbeiteten, zeigte Camper & Nicholsons, wie Designberatung und Gesamtgestaltung selbst zum Produkt werden. Das ist für Eigner relevant, die nicht nur ein vorhandenes Modell auswählen, sondern die visuelle und räumliche Identität eines Projekts von Anfang an mitentwickeln wollen.

Was der zweite Tag über neue Eignerprofile verrät

Die Meldungen vom 24. September zeichneten kein einheitliches Bild davon, wie eine große Yacht aussehen muss. Sie zeigten zwei klar unterscheidbare Antworten auf die Frage, wie weit und wie unabhängig eine Yacht reisen soll: eine 36-Meter-Segelyacht, die auf Frers-Entwurf und Oysters Blauwasserroutine setzt, und eine 42-Meter-Motoryacht, die Hybridtechnik und Solarstrom in ihr Konzept integriert.

Genau diese Bandbreite macht den zweiten Tag interessant. Im oberen Markt entscheidet nicht mehr allein die Länge, sondern auch, wie Antrieb, Komfort, Reichweite und Betreuung zum jeweiligen Eigner passen. Oyster, GX Superyachts und Camper & Nicholsons stellten am selben Tag drei unterschiedliche Bausteine dieser Entscheidung vor: ein neues Segelflaggschiff, einen realen Hybridneubau und ein umfassendes Designkonzept.